Langadas, Griechenland

Der Bezirk Langadas in Griechenland ist mit einer relativ niedrigen Bevölkerungsdichte ländlich geprägt und weist nur eine geringe Abdeckung von ÖPNV auf. Die vielen Attraktionen wie Wellnesseinrichtungen, Strände, Seeuferwälder, Trachtenkostüme und –festivals, Kirchen, natürliche Monumente und zwei geschützte Seen, Volvi und Koronia, sind nur unzureichend genutzt. Es gibt verschiedene geographische Einschränkungen, die Bewegungen der Menschen und Verkehrsmittel beeinflussen.

Der Bezirk liegt an der Grenze des städtischen Komplexes von Thessaloniki (zweitgrößte Stadt in Griechenland mit fast einer Million Einwohnern) und beinhaltet zwei neue Gemeinden, Langadas und Volvi. Er deckt 56 Prozent der gesamten Fläche der Präfektur von Thessaloniki ab und beheimatet 63.614 Einwohner. Der Anteil älterer Menschen über 65 im Bezirk Langadas liegt mit 27,9 Prozent weit höher als deren Anteil in der gesamten Präfektur von Thessaloniki mit 13,86 Prozent. Die Distanz zwischen Thessaloniki und der am weitesten entfernten Siedlung im Bezirk beträgt ungefähr 90 km, die minimale Distanz 14 km.

Der Neue Bezirk Langadas ging aus der Vereinigung der früheren Bezirke Langads, Sochos, Assiros, Kallindion, Koronia, Vertiskos und Lachanas hervor. Er schließt eine Fläche von 1.220 km2 ein und beheimatet 42.622 Einwohner (Zensus 2001). 46 Siedlungen gibt es im Bezirk, deren Größe von 57 bis zu 7.462 Einwohnern variiert. Gemessen an seiner Fläche ist er der zehntgrößte Bezirk in Griechenland und ist sehr dünn besiedelt. Seine Hauptstadt, Langadas, liegt 20 km entfernt von Thessaloniki und in der Nähe des Koronia-Sees.

ÖPNV in Langadas

Vor 2010 war der Betreiber Thessaloniki KTEL (einziges städteverbindendes öffentliches Busunternehmen in der Präfektur Thessaloniki) hauptsächlich in Langadas tätig. Jedoch gingen viele Beschwerden von Seiten der Fahrgäste über die schlechte Service-Taktung, unpassende Fahrzeiten, hohe Preise und schlechte Service-Qualität ein. Wenige Dienstleistungen wurden von OASTh (dem einzigen städtischen Busunternehmen in Thessaloniki) angeboten. Die Angebote der beiden Betreiber unterschieden sich signifikant in Bezug auf Kosten und Qualität.

Eine Re-Organisation des ÖPNV fand im Jahr 2011 statt. Im Teilgebiet von Langadas nördlich der zwei Seen ist nun OASTh und Thessaloniki KTEL zuständig und in Langadas wurde eine Anschlussstelle errichtet. Die Kosten für eine Fahrt wurden an die Preise des Betreibernetzes OASTh angeglichen (ca. 1 €). Das Teilgebiet von Langadas südlich der zwei Seen wird von Thessaloniki KTEL bedient: Die Taktung der Dienstleistungen wurden um 25 Prozent erhöht und die Preise um 50 Prozent gesenkt, wobei die letzteren immer noch ca. dreimal höher als die von OASTh blieben. Zusätzlich wurden neue Dienstleistungen im Bezirk Langadas umgesetzt:

  • Eine direkte Verbindung zwischen Langadas und Thessaloniki.
  • Lokale Zugangssysteme mit Bussen von OASTh verbinden Teile des Bezirkes Langadas mit der Anschlussstelle Langadas.
  • Lokale Zugangssysteme mit KTEL-Bussen verbinden Regionen nördlich der Seen mit der Anschlussstelle Langadas.
  • Direkte städteverbindende KTEL-Buslinien nach Thessaloniki.

Smart-Move Aktivitäten

Die Aristoteles-Universität Thessaloniki wird eine AMB-Kampagne durchführen, die Folgende Punkte anstrebt:

  • Die Nutzung von ÖPNV-Systemen in einer ländlichen Gegend im inner- und überstädtischen Verkehr zu steigern.
  • Erreichbarkeit in ländlichen Gegenden zu erhöhen.
  • Reduktion von CO2-Emissionen aus dem Straßenverkehr und Senkung des Kraftstoffverbrauches.
  • Förderung von ÖPNV-Zugangssystemen, wie Sammeltaxis und/oder Kleinbusse.
  • Organisation von Fördertagen oder -veranstaltungen mit der Unterstützung von sozialen Medien, um Dienstleistungen für junge Menschen attraktiver zu machen.

Die AMB-Kampagne soll mindestens 500 Teilnehmer, und begleitende Maßnahmen mindestens 200 Teilnehmer ansprechen. Maßnahmen, die von der Universität in der Region Langadas im Rahmen von Smart-Move während des Frühjahrs und Sommers 2015 umgesetzt werden, sind im Folgenden aufgelistet:

  • promotional days and events for different users groups
  • Bürger-Audits
  • Fahrgast-trainings für spezielle Zielgruppen (z.B. ältere Menschen, junge Menschen), in denen verschiedene Informationen zu ÖPNV-Dienstleistungen angeboten werden.
  • Öffentliche Beteiligung durch Workshops oder Fokusgruppen auf mobilitätsbezogene Probleme, denen bestimmte Zielgruppen begegnen.
  • Nutzung von sozialen Medien, um ÖPNV-Dienstleistungen jüngeren Menschen näher zu bringen.

Diese Maßnahmen sollen deiebestimmten Zielgruppen dabei unterstützen, für sie passende Mobilitätsmöglichkeiten und verfügbare Zugangssysteme zu identifizieren.

Kontakt

Prof. Aristotelis Naniopoulos
Aristotles-Universität Thessaloniki
Institut für Bauingenieurswesen
Transport Systems Research Group
University Campus, Faculty of Engineering, 54124
Thessaloniki
Greece
Tel: +302310995765, +302310995796
Fax: +302310995789
E-mail: naniopou@civil.auth.gr
Internet: www.tsrg.gr

Illustration von Christaras A. aus Wikimedia Commons