Kreis Euskirchen, Deutschland

Der Kreis Euskirchen befindet sich im Südwesten Nordrhein-Westfalens (NRW) an der Grenze zu Belgien. Rund 188.000 Menschen leben in den fünf Städten und sechs Gemeinden des Kreises. Die größte Stadt und der Verwaltungssitz ist Euskirchen mit 55.000 Einwohnern. Die restlichen Städte und Gemeinden des Kreises sind wesentlich kleiner, mit der Ausnahme der Stadt Mechernich mit 26.000 Einwohnern. Der Kreis Euskirchen liegt in einer ländlichen, landwirtschaftlich genutzten Gegend, die zu rund 36 Prozent bewaldet ist und zwei große Wasserreservoirs, für die Trinkwasser- und Energiegewinnung, enthält. Nachhaltiger Tourismus ist ein anderer wichtiger Sektor.

Wie viele andere Europäische Regionen steht auch der Kreis Euskirchen dem Problem einer schwindenden und alternden Bevölkerung gegenüber. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Bevölkerung um geschätzte 4,2 Prozent verringern, der Anteil älterer Menschen (über 60 Jahren) wird um geschätzte 46,9 Prozent steigen und der Anteil junger Menschen (17 oder jünger) wird um geschätzte 21,8 Prozent fallen.

ÖPNV im Kreis Euskirchen

Der Kreis Euskirchen ist Partner der deutschen Tarif- und Verkehrsverbünde im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS GmbH), der das südliche NRW, mit den Städten Köln, Bonn, Leverkusen und sechs ländliche Kreise mit 62 Gemeinden, abdeckt. Einheitliche Tarife und Fahrpläne gelten in allen Verkehrsmitteln, was die Nutzung für Fahrgäste einfach gestaltet.

Die Hauptelemente des ÖPNV-Netzes im Kreis Euskirchen bilden zwei Bahnlinien mit Verbindungen nach Köln (die „Eifelstrecke“ von Köln über Euskirchen und Kall nach Gerolstein und Trier) und Verbindungen nach Bonn (die „Voreifelbahn“ von Bonn über Meckenheim und Euskirchen nach Bad Münsterfeld).

Ergänzend zu den Bahnlinien werden mehrere Buslinien betrieben, deren Fahrpläne vor allem an die Notwendigkeiten von Schülern und Pendlern angepasst sind. Wo Buslinien mit Bahnhöfen vernetzt sind, sind Busfahrpläne auch mit denen der Bahn abgestimmt. Auf den Hauptstrecken ist der ÖPNV Fahrplangebunden. Seit 2002 gibt es Fahrplangebundene Rufbusse („TaxiBusPlus“) zusätzlich zu den regelmäßigen Hauptbussen und außerhalb von Stoßzeiten. Das AnrufSammelTaxi ist in einigen Gemeinden verfügbar.

Außerdem gibt es Saison ÖPNV-Ticket-Angebote speziell für Touristen (Wanderer und Radfahrer).

Smart-Move Aktivitäten

Der Umstieg von Fahrplangebundenem ÖPNV auf Rufbusse trägt dazu bei, Nutzern eine breite Auswahl an öffentlichen Verkehrsmitteln bereitzustellen, wobei die Werbung neuer Fahrgäste jedoch begrenzt ist. Im Smart-Move Projekt wurden im Kreis Euskirchen kommunikationsbasierte Aktivitäten unternommen um die Ziele „Bewusstsein für ÖPNV stärken“ und „die Nutzung von ÖPNV-Zugangssystemen fördern“ zu erreichen.

Die Aktionen enthielten auch Fahrgasttrainings für ältere Menschen, Mobilitäts-checks um Hindernisse für Fußgänger zu reduzieren, Bürgerprüfungen und Workshops zur Bewusstseinsbildung über Probleme denen ältere und eingeschränkt mobile Menschen begegnen. Diese aktiven Maßnahmen wurden von einer AMB-Kampagne unterstützt. Broschüren und Informationsflyer wurden veröffentlicht und verteilt.

Ergebnisse

Die Rahmenbedingungen in der Region haben sich während der Kampagne nicht verändert. Daher können die Nachfrageveränderungen im Wesentlichen auf die SmartMove-Kampagne zurückgeführt werden.

Auf den TaxiBus-Linien in den teilnehmenden Kommunen wurden nach Durchführung der SmartMove-Kampagne und der begleitenden Maßnahmen rund 15% mehr Fahrten durchgeführt. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum sank die Nutzung des TaxiBusses in den nicht teilnehmenden Kommunen um rund 2%.

Basierend auf Interviews mit den TeilnehmerInnen an der Kampagne wurden folgende Wirkungen ermittelt:

  • 90% der TeilnehmerInnen fühlten sich insgesamt besser über den ÖPNV in der Region informiert.
  • 31% der TeilnehmerInnen gaben an, nach der SmartMove-Kampagne den ÖPNV öfter als zuvor zu nutzen.
  • 25% haben bereits ihr Verkehrsverhalten geändert und haben eine oder mehrere MIV-Fahrten durch ÖPNV-Fahrten ersetzt.
  • 46% kannten den TaxiBus nach Teilnahme an der SmartMove-Kampagne. Vorher gaben nur 19% an, den TaxiBus zu kennen.

Daraus ergibt sich eine jährliche Reduktion der CO2 Emissionen von ca. 13,2 Tonnen pro Jahr. Die Kampagne hat demnach zählbare Ergebnisse erreicht, welche den Zielen des Projekts entsprechen und belegen, dass der Einsatz von Dialogmarketing in Kombination mit weiteren Maßnahmen ein Erfolg versprechender Weg ist, den ÖPNV im ländlichen Raum zu unterstützen.

Kontakt

Birgit Strecker
Verkehrsverbund Rhein-Sieg
Tel: +49 221 20808 720
E-mail: birgit.strecker@vrsinfo.de
Internet: http://www.vrsinfo.de

Fotos bereitgestellt von: VRS