Eine kurze Einführung zum Konzept

Kampagnen der Aktiven Mobilitätsberatung (AMB) sind Formen der direkten Vermarktung in denen Bürger über ihre Erfahrungen mit öffentlichem Verkehr befragt und, falls sie keine Nutzer dieser Dienstleistungen sind, gleichzeitig über zu Verfügung stehende Transportmöglichkeiten informiert werden.

Das Projekt zielt darauf ab, öffentliche Verkehrssysteme anhand dieser persönlichen Vermarktung zu fördern. „Aktiv“ bei der Aktiven Mobilitätsberatung bezieht sich dabei sowohl auf die direkte Kommunikation mit einzelnen Bürgern als auch auf die Organisation zusätzlicher Bildungsaktivitäten.

Beim aktiven Informationsaustausch im Bereich des ÖPNV sind nicht die Passagiere in der Pflicht, sich über Dienstleistungen zu informieren, sondern die Betreiber der öffentlichen Verkehrssysteme. Diese sollten ihren (potentiellen) Kunden maßgeschneiderte Informationen für ihre individuellen Bedürfnisse zur Verfügung stellen. In AMB-Kampagnen werden benutzerdefinierte Informationen für Passagiere und potentielle Nutzer des öffentlichen Verkehrs bereitgestellt, um subjektive Hindernisse, die ÖPNV in ländlichen Gebieten und ihre Nutzung betreffen, zu reduzieren.

Zusätzlich zu schriftlichen Information und persönlichen Kontakten enthalten AMC-Kampagnen praktisches Fahrgasttraining, öffentliche Beteiligung in Planungsphasen und geführte Touren rund um Zugangssysteme für ÖPNV. AMB-Kampagnen tragen auch zur Anpassung des ÖPNV Angebotes an die Bedürfnisse der Fahrgäste, durch die Erhebung von Fahrgastinformationen erster-Hand, bei.

Die Geschichte von AMB-Kampagnen

Das Konzept der AMB-Kampagnen hat seinen Ursprung in den Tür-zu-Tür Kampagnen, die zu Wahlkämpfen in den USA üblich sind. Solche Aktivitäten wurden übernommen um Konsumenten zum Wechsel ihrer Gewohnheiten in Bezug auf Mobilität, Energie- sowie Wasserverbrauch, Recycling usw. zu motivieren. Im Hinblick auf einen Verhaltenswechsel im Mobilitätssektor ist das Ziel, das Verhältnis zu bestehenden Kunden zu stärken und neue Nutzer zu werben. Die personenbezogene Arbeitsweise der Kampagnen macht diese gleichzeitig zum hervorragenden Instrument, Rückmeldungen beider Gruppen zu erheben um dadurch Dienstleistungen weiter zu entwickeln.

Bis jetzt wurden AMB-Kampagnen hauptsächlich in Städten durchgeführt (Wien, Linz, Salzburg und Mödling in Österreich). In städtischen Umgebungen resultierten solche AMB-Kampagnen in einen Anstieg von 15 bis 25% in der Nutzung von ÖPNV. Im Rahmen von Smart-Move soll dieses Konzept zum ersten Mal in ländlichen Gebieten und einer großen Anzahl an Pilot-Regionen angewendet werden.

Quelle: Reinhard Hössinger and David Wurz-Hermann, BOKU
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